Lageasymmetrie des Säuglings
Ein häufig in der kinderosteopathischen Sprechstunde behandeltes Problem ist die Kopfvorzugshaltung und Lageasymmetrie von Säuglingen. Der Orthopäde Biedermann hat hierfür den Begriff der Kopfgelenk Induzierten Symmetriestörung (KiSS) geprägt. Ursache der vielfältigen Symptome sind funktionelle Störungen insbesondere der Halswirbelsäule, der Schädelbasis und des Beckens.
Betroffene Säuglinge zeigen in den ersten Lebenswochen eine Vorzugshaltung des Kopfes zu einer Seite, oft mit einer zunehmenden, einseitigen Abflachung des Hinterkopfes, manchmal auch verbunden mit einem Überstrecken des Rumpfes. Häufig berichten die Eltern über Schwierigkeiten beim Stillen, Blähungen, vermehrtes Spucken, Unruhe und Schlafprobleme.
Unser Körper hat die Fähigkeit solche Störungen selbst zu beheben. Schafft er dies aber nicht, kann die eingeschränkte Eigenwahrnehmung und muskuläre Kontrolle der schriebenen Regionen eine Beeinträchtigung der motorischen Entwicklung zur Folge haben: neben den schon bestehenden Problemen können die Kinder dann den Kopf in Bauchlage schlecht halten, sie beginnen sich später zu drehen, beginnen später oder gar nicht zu krabbeln und zeigen unter Umständen eine Verzögerung ihrer gesamten motorischen Entwicklung.
Je nach Ausprägung der einseitigen Abflachung des Hinterkopfes (Plagiocepahlie), haben die Kinder später ein erhöhtes Risiko für asymmetrische Sehstörungen, rezidivierende Mittelohrentzündungen und möglicherweise auch für weitere Entwicklungsauffälligkeiten wie Feinmotorik- und Aufmerksamkeitsstörungen.

